Die
Internationale Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde
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Die
Internationale Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde entstand 1986 als loser
Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und
wissenschaftlich Interessierten im Bereich der rechtlichen Volkskunde
vornehmlich des deutschsprachigen Raums. Sie ging aus der 1963 gegründeten
„Sektion Rechtliche Volkskunde“ der Schweizerischen Gesellschaft für
Volkskunde hervor. |
► Informationen zur nächsten Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft
für Rechtliche Volkskunde.
Zur Geschichte der
Internationalen Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde
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Grundstücksstreitigkeit
- Ausschnitt einer Schützenscheibe im Hällisch-Fränkischen Museum in
Schwäbisch Hall |
Vorgängerin der Internationalen Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde war die
„Sektion Rechtliche Volkskunde“ der Schweizerischen Gesellschaft für
Volkskunde. Sie wurde 1963 auf Anregung des Züricher Ordinarius für
Rechtsgeschichte Prof. Dr. Karl Siegfried Bader (1905-1998; zur Person in Wikipedia) ins Leben gerufen.
Federführend war hierbei der aus Rapperswil stammende und namentlich in
Tübingen wirkende Rechtshistoriker Prof. Dr. Ferdinand Elsener
(1912-1982; zur Person in HistLexSchweiz;
bei LEO-BW). Elsener
leitete die Sektion bis 1974 und richtete sie von Anfang an international aus,
was sich nicht zuletzt an den Ausrichtungsorten der Jahrestagungen (neben der
Schweiz auch in Österreich, Deutschland, Elsass/Frankreich, Italien und
Liechtenstein) ablesen lässt. Elseners Nachfolger wurde Prof. Dr. Louis Carlen (zur Person in HistLexSchweiz), damals Ordinarius für Rechtsgeschichte,
Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Universität Freiburg im Üechtland. Carlen rief 1978 die
Reihe „Forschungen zur Rechtsarchäologie und zur Rechtlichen Volkskunde“
(Schulthess Polygraphischer Verlag, Zürich) als eigenständiges
Publikationsorgan des Fachs ins Leben (Inhaltsverzeichnis
der Reihe). Er führte die Sektion
1986 in die eigenständige „Internationale Gesellschaft für Rechtliche
Volkskunde“ über, womit sich die Vereinigung verstärkt Mitgliedern und
Interessierten auch außerhalb der Schweiz öffnen konnte.
Formal gegründet wurde die „Internationale Gesellschaft für Rechtliche
Volkskunde“ am 10. Mai 1986 in Salzburg. Gründungspräsident Carlen
stand der Gesellschaft vor, bis ihn 1996 gesundheitliche Gründe dazu zwangen,
das Amt niederzulegen. Die Leitung übernahm nun ein Dreiergremium, bestehend
aus Peter Putzer (geschäftsführend) (1939-2015), Louis Chlodwig Morsak (1939-2004) und Markus Escher. Von 2006
bis 2016 war Franz Gut aus Winterthur Präsident der Gesellschaft. Anschließend
stand der in Zürich wirkende Rechtshistoriker Prof. Dr. Theodor Bühler
der Gesellschaft vor. Auf der Tagung 2021 in Liechtenstein wurde schließlich Mike
Bacher (Engelberg, Schweiz) zum Präsidenten gewählt.
2008 wurde Carlens Reihe „Forschungen zur
Rechtsarchäologie und zur Rechtlichen Volkskunde“ durch eine neue
Publikationsfolge abgelöst, die von Gernot Kocher (Graz), Heiner Lück
(Halle/Saale) und Clausdieter Schott
(Zürich) begründete Reihe „Signa Iuris – Beiträge zur
Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde“ (Peter
Junkermann Verlag, Halle/Saale), die bereits in ihrem Titel die enge
Verschränkung der drei Forschungsfelder zum Ausdruck bringt, diesen aber auch
nicht als Begrenzung versteht (Inhaltsverzeichnis der Reihe).
► Einen Überblick zu den vergangenen
Tagungen der Internationalen Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde finden Sie
hier.
Literatur zur Geschichte der
Internationalen Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde
Herbert Schempf, Die Abteilung für Rechtliche
Volkskunde der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde – Orte, Themen,
Personen, in: Hermann Bischofberger/ Gabriel Imboden/ Josef Wiget
(Hrsg.) Festgabe zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Louis Carlen,
Brig 2005, S. 17-28.
Herbert Schempf, 10 Jahre Internationale
Gesellschaft für Rechtliche Volkskunde – Rückblick und Ausblick, in:
Forschungen zur Rechtsarchäologie und zur Rechtlichen Volkskunde 17 (1997), S.
11-20.